Wann sind Aktien „billig“?

Bevor sich ein Börseneinsteiger auf der Suche nach Top-Renditen in der Aktienanlage mit komplizierten Investmentstilen und Portfoliostrategien auseinandersetzt, sollte er seine „Hausa rbeiten“ machen, sprich sich mit den Bewertungsgrundlagen befassen. Zuge geben ist das Studium von Bilanzen und Formeln langweiliger als das Errechnen von Kurschancen mit Hilfe von Charts.

Die Folge einer solchen Bequemlichkeit ist aber, dass elementare Fachbegriffe wie Kurs-Gewinn-Verhältnis , Cash flow oder Dividendenrendite breiten Kreisen deutscher Privatanleger unbekannt bleiben.Dabei sind solche Fachtermini das A und O für das Verstehen von Wertpapierexpertisen und sogar von einfachen Börsennachrichten. Wer sie beherrscht, wird sich ein von der Fremdberatung unabhängiges Bild über das Investitionsrisiko bei Aktien machen können. Bereits nach dem Studium einfacher Kennzahlen dürfte der Börsen neuling erkennen können, wann eine Aktie günstig bewertet und damit anlagewürdig ist.

Die Aversion der Deutschen gegenüber diesem Anlageprodukt ist nicht zuletzt auf das Fehlen dieses Grundlagenwissens zurückzuführen.Nicht nur der Börsenneuling wird durch die Vielzahl der allgegenwärtigen Fach-Anglizismen zunächst abgeschreckt, die allenfalls Börsenprofis (Analysten, Fondsmanager, Broker) interessieren dürften. Oft stehen dahinter simple Sachverhalte. Viele dieser klangvollen Namen sind zudem bereits in der deutschen Betriebswirtschaftslehre vor hundert Jahren (Gutenberg, Schmalenberg) im Kern formuliert und später nur unwesentlich modifiziert worden.

Der vorliegende Fokus liefert eine kurze, kritische Darstellung der am häufigsten verwendeten Kennziffern in der Fundamentalanalyse von Aktien.Denn es kommt nicht auf die Anzahl der Kennzahlen an, sondern auf ihre Aussagekraft. Im Mittelpunkt steht die Frage: Wann liegt eine Normalbewertung und wann eine Über- oder Unterbewertung der Einzelaktien und des Gesamtmarktes vor? Im ersten Teil werden die in Frage kommenden Bewertungskennzahlen definiert und kritisch erläutert, bevor dann im zweiten Teil geprüft wird, wie viele und welche Kennzahlen einen guten Anlageerfolg versprechen.

apo Fokus 

Ausgabe 1 / 2008 (38 Seiten)

https://www.apobank.de/content/dam/g8008-0/Footer/newsletter_und_publikationen/apoFokus/apo_fokus012008.pdf

Viktor Heese
Über Viktor Heese 142 Artikel
Dr. Viktor Heese - Börsenanalyst, Dozent und Fachbuchautor. Er übersiedelte 1972 aus dem ehem. Ostpreußen und hat bis zur seiner Pensionierung (2014) als Börsenanalyst gearbeitet.

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