4% risikolose Rendite sind realistisch, Nullzinsen sind ein Mythos!

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Weltspartag

4% risikolose Rendite sind realistisch, Nullzinsen sind ein Mythos!

Erst die Nullzinsen, dann die unerschwinglichen Immobilienpreise und jetzt noch die einbrechenden Aktienkurse – der deutsche Sparer scheint in eine wahre „Anlagefalle“ geraten zu sein. So hoffnungslos ist die Lage allerdings nicht, denn die Nullzinsen sind ein weit verbreiteter Mythos. Auch in der heutigen Tiefzinsphase gibt es Schnäppchen. Selbst bei den risikoarmen Bundesanleihen, geschweige denn bei den guten EU-Anleihen (kein Griechenland, kein Italien!) und schließlich bei Anleihen der soliden Großkonzerne sind heute bis 4% (Jahre-)Renditen problemlos erzielbar. Der untere Beitrag soll nicht zuletzt den Kleinsparer zu ihrem honorigen Feiertag, dem seit 1924 gefeierten Internationalen Weltspartag, zu mehr Eigeninitiative in Anlageangelegenheiten animieren.

Nullzinsen gibt es de facto nicht aber Fest- und Termingelder bleiben unattraktiv

Das Internet ist voll von „Toplisten“ über Sparangebote der Banken, die zeitlich und von der Anlagehöhe begrenzte Lockangebote für eine Geschäftsanbahnung (Kontoeröffnung!) bilden und bei 10Jahresanlagen bis 1,8% Rendite abwerfen. Für 6monatige Anlagen liegen die meisten Angebote unter 1%. Furore macht seit Jahren das Portal Weltsparen, welches auf das EU-Ausland setzt und eine Sicherheit (Einlagesicherung bis 100.000 €), wie bei deutschen Adressen vortäuscht. Die Zuständigkeit ausländischer Gerichte und die bankspezifische AGBs werden hier nur im Kleingedruckten erwähnt https://www.weltsparen.de/s/ weltsparen _festgeld/?gclid=EAIaIQobChMI_sP8q-Sw3gIVjbHtCh3JTABBEAAYASAAEgJ43vD_BwE. Ein permanenter Anbieterwechsel in diesem Minizinsbereich ist keine seriöse Anlagestrategie.

Eine Bundesanleihe, die 4% Rendite bringt – wo gibt es diese noch?

Vielmehr sollte auf traditionelle Anleihen gesetzt werden. Untere Bundesanleihe mit einem Jahreskupon von 6,5% und einer Restlaufzeit von knapp neun Jahren hat eine laufende Rendite von 4,22%. Diese könnte bis 2022 noch anhalten. Danach kann der Anleger in eine gleichwertige Bundesanleihe mit ebenfalls neun Jahren umsteigen und so weiter. Die Transaktionskosten von 0,4% (Kauf und Verkauf) oder von 0,1% jährlich fällen nicht ins Gewicht. Fällt der Kurs wider Erwarten vor 2022 deutlich ist es keine Tragödie. Im schlimmsten Fall erzielt der Anleger noch 0,7%, wenn er die Anleihe bis zur Rückzahlung (Endfälligkeit) am 4.07.2027 halten. Die Renditeberechnung ist in der Graphik dargestellt. Wir heute von „Nullrenditen“ gesprochen wird, so ist immer die (generell niedrigere) Endfälligkeitsrendite gemeint. Warum eigentlich?

Die Anleihen sind auch für Kleinanleger zum Kauf geeignet (Mindestanlagesumme ab 1.000 €).

Noch bessere Renditen bei vergleichbaren Staats- und Unternehmensadressen

In der EU sind französische, niederländische und österreichische Anleihen interessant, die eine ähnlich hohe Bonität (Rating) wie die Bundesanleihen und die deutschen Länderanleihen – hier insbesondere von Baden- Württemberg, NRW und Hessen – haben. Großkonzerne wie Volkswagen, OMV (Österreich) oder die Deutsche Telekom haben noch bessere Werte vorzuweisen, wo die endfälligen Renditen über 2% hinausgehen. Einige von ihnen eignen sich für der Aufbau einer Altersvorsorge.

Wer sich mehr über das Thema mehr informieren will, sei auf das neueste Fachbuch des Autors Attraktive Euro-Anleihen, erschienen bei diplomica 2018, verwiesen.

https://www.amazon.de/Renditestarke-Euro-Anleihen-Anlagechancen-Niedrigzinsphase-Viktor/dp/3961466270/ref=sr_1_8?s=books&ie=UTF8&qid=1541002463&sr=1-8&keywords=viktor+heese

Dr. Viktor Heese – Fachbuchautor und Finanzanalyst, www.öprawda24.com, www.finanzer.eu

Viktor Heese
Über Viktor Heese 75 Artikel
Dr. Viktor Heese - Börsenanalyst, Dozent und Fachbuchautor. Er übersiedelte 1972 aus dem ehem. Ostpreußen und hat bis zur seiner Pensionierung (2014) als Börsenanalyst gearbeitet.

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